Tönisberger Bockwindmühle 

Bockwindmühle Tönisberg


Die Mühle steht auf dem Mühlenberg und ist seit 1913 nicht mehr in Betrieb.
1925 wurde die Mühle bereits unter Denkmalschutz gestellt.
Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Luftbeobachtungsstand und erhielt am 2.3.1945 beim Einmarsch der amerikanischen Truppen einen Granattreffer. Doch bald nach dem Krieg wurde sie instand gesetzt. Das feierten die Tönisberger 1949 mit einem Fest.
1968 wurde die Mühle vom Mühlenbauer Johannes Vossdellen abgebaut und 1973 wieder neu errichtet. Auch das feierten die Tönisberger mit einem Mühlenfest während der Sommerkirmes (25. bis 28. August).

 

Tönisberger Bockwindmühle
Aufnahme
aus dem Fotoalbum von Bürgermeister Doeckel von 1910.


Die Mühle war 1905 noch in Betrieb.
Mühlenpächter war Carl Rögels.
Pachtzins betrug 200 Mark.

   

Tönisberger
Mühlengeschichte

 

Wassermühle
Erhard Louven schreibt in seinem Bericht
"Die Windmühle von Tönisberg" in den Tönisberger Heimatblättern Heft 1 und 2, dass der Vorgänger der Bockwindmühle wahrscheinlich eine Wassermühle war, die nach Michael Buyx am Mühlenrahm an Vinnbrück lag. Sicherlich war aber die Wassermühle um 1720 nicht mehr funktionsfähig, denn die Einwohner von Tönisberg beginnen um diese Zeit bei der geldrischen Kommission um eine Mühle zu bitten.

Windmühle
Um 1800, nach Einführung der Gewerbefreiheit, bereitet ein Bevollmächtigter der Gemeinde den Bau der Bockwindmühle auf dem Mühlenberg vor. Das aufzubringende Kapital beträgt 4 425 Taler. Eigentümer ist eine Mühlengesellschaft.
Erster Pächter der Mühle wird am 10.8.1802 der Müller Anton Schouten. Die Pacht beträgt 850 Taler.
1820 ist Johann Heinrich Schouten der Pächter.
1831/32 Mühle von Grund auf renoviert.
1839 Eigentumswechsel von der Mühlengesellschaft zur Zivilgemeinde.
1842 wird Müller Christoph Verhaag Pächter der Mühle.
1854 pachtet Heinrich Roosen aus Hüls.
1870 übernimmt Johann Aengenheister die Mühlenpacht.
1881 ist Heinrich Bünten Pächter und am 2.11.1886 übernimmt Carl Rögels aus Straelen die Mühle. Pachtzins 445 Mark.
1905 Pachtverlängerung um 6 Jahre. Carl Rögels betreibt eine Mühle mit Benzinantrieb im Kotten von Döckels (später Alberts Kohlenplatz auf der St.-Anton-Straße).
1910 Reparatur größerer Schäden u.a. wird der Bock erneuert und anstatt Holz wird Stahl verwendet.
1913 wird der Mühlenbetrieb endgültig eingestellt. Carl Rögels übernimmt im Wilmeshof (Bergstraße 9) eine Mühle mit Elektromotor.
1925 wird die Mühle unter Denkmalschutz gestellt.

Unsere Mühle nach der Stilllegung

1918 hat der "Holzklau" der Mühle ziemlich zugesetzt. Der neu gegründete Verkehrsverein setzt für den Erhalt der Mühle ein. Es werden Spenden zur Erhaltung der Mühle gesammelt.
1925 wird die Mühle Denkmal. 1926 muss die Mühle erneut umfassend saniert werden.
1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Im Dach der Mühle wird ein Ausguck als Flugabwehr-Beobachtungsstand für eine Flak-Batterie eingerichtet. Beim Einmarsch der Amerikaner am 2. März 1945 erhält die Mühle einen Granattreffer und wird schwer beschädigt.
In den Notwintern sorgt der "Holzklau" für weiteren Abbau.



Neuanfang nach dem Krieg

Nach der Währungsreform 1948 wird zu Sachspenden für den Mühlenaufbau aufgerufen (Holz, Teerpappe, Eisen usw.). Land, Kreis, Vereine und Bürger bringen rd. 3500 DM für ihre Mühle auf. 1949, am 10. Oktober wird die Instandsetzung feierlich begangen. In der Festansprache heißt es: "Die Mühle ist kein totes Gebilde, sie ist Heimat. Ihre Einmaligkeit verdient der Nachwelt erhalten zu bleiben."

1968 ist die Mühle erneut sehr instandsetzungsbedürftig. Eine völlige Erneuerung wird notwendig. Ein totaler Abbau und Neuerrichtung wird beschlossen. Der letzte Mühlenbauer vom Niederrhein, Johannes Vossdellen aus Lobberich-Sassenfeld übernimmt den Auftrag. links: die Mühle um 1950

 





Der Mühlenkasten wird aufgesetzt


Der Rohbau der Bockwindmühle

Bild links:
Mühlenbauer Joh. Vossdellen (links) und Bürgermeister und Sohn des letzten Müllers, Carl Rögels.




Mühlenfest 1973

Mit einem zünftigen Mühlenfest feierten die Tönisberger an den Tagen der Sommerkirmes die Wiedererrichtung ihres Wahrzeichens.
Alle Vereine beteiligten sich in Trachten des 19. Jahrhunderts an Umzug und Fest.



Die Technik der Mühle

Das große Kammrad - links -wird von der Flügelwelle angetrieben.
Im Kammrad läuft das kleinere Zahnrad des Sackaufzuges - oben - und das Kronrad mit den Korbrädern für die Mahlwerke - Bilder unten.
Bild unten links: Mühlenexperten Paul Koenen und von Oppenkowski. Bild unten rechts: Paul Koenen erklärt die Schüttelrutsche.




Der Querschnitt gibt Erläuterungen zur Bockwindmühle.

Die untere Etage ist der Mehlboden, die darüber liegende der Steinsöller.


Weitere Daten

1994, am 14. und 15. Mai, wurde anlässlich der 750 Jahrfeier der Stadt Kempen ein weiteres Mühlenfest gefeiert.

1997 musste das Kronrad wegen Holzbockbefall von der Tönisberger Firma Heiner Klinkenberg erneuert werden.

1998 brachen bei einem Herbststurm ein Flügel ganz und ein weiterer teilweise ab.
1999 erhielt die Mühle 4 neue Flügel (Klinkenberg)
2004 erhält die Mühle eine neue Außentreppe.



2009 ist die Mühle ganz eingerüstet.
Mühlenkasten und Bock erhalten einen neuen Anstrich.

Ein Foto vom 200-jährigen Mühlenjubiläum am Pfingstmontag 2002.


Mühlenfeste und Tag der offenen Mühle

Im Mai 1998 wird in Tönisberg ein Heimatverein wieder gegründet.
Sein Name:Heimatverein-Tönisberg e.V. 1999 öffnet dieser Heimatverein am Pfingstmontag zum ersten Mal für Besucher die Tür zur Mühle, gibt Interessierten Erläuterungen zur Technik und Historie und verkauft von der Bäckerei Hoenen gestiftetes Mühlenbrot mit Schmalz. Außerdem wird die Nummer 1 der neuen Tönisberger Heimatblätter ausgegeben.
Der Besucherandrang war groß und so öffnet der Heimatverein in jedem Jahr am Pfingstmontag die Türen zum Tag der offenen Mühle. Fotos siehe: "Bilder zu Veranstaltungen"


Die Interessengemeinschaft Weihnachtsbeleuchtung hatte sich im Jahr 2009 etwas Besonderes einfallen lassen. Die Mühle ist beleuchtet.


Industriedenkmäler auf dem Mühlenberg

1959 begann die Zeche Niederberg mit dem Abteufen des Schachtes IV. Das obige Foto stammt aus dem Jahr 1973. Anfang 2002 kam das Ende. Der Schacht wurde verfüllt. Noch (2011) steht das Schachtgerüst.



Ein Foto, entstanden im Jahr 2002, vom Schachtgerüst Schacht IV auf das alte Industriedenkmal Bockwindmühle.


Mühlenführungen

Mühlenführungen nach Absprache mit dem Heimatverein Tönisberg unter:
02845/806 459 oder mail:
info@heimatverein-toenisberg.de
oder direkt bei Ben Burchardt,
Tel. 02845 297734

Foto rechts: Besuch Tönisberger Schulkinder ( 3. Klasse ) in 2010




Weihnachten 2010


Besuch von Mühlenspezialisten

Am 19. Mai 2011 besuchte uns der Vorstand der Herrlichkeitsmühle Issum. Der Mühlenverein Issum betreibt diese Turmwindmühle in Eigenregie. Hier wir regelmäßig Getreide gemahlen und an Bäckereien geliefert.



Der Hülser Mühlenspezialist Paul Koenen erklärt der Gruppe aus Issum die Funktionsweise der Tönisberger Bockwindmühle.


Tag der offenen Bockwindmühle 2011

Es kamen wieder viele Besucher von Nah und Fern, um sich die alte Technik der Mühle anzusehen.



3. Schuljahr der Tönisberger Grundschule in der Mühle.

Inzwischen arbeitet der Heimatverein Tönisberg e.V. so gut mit der Tönisberger Grundschule zusammen, dass den Kindern aller Jahrgänge die Bockwindmühle gezeigt wird. Die 4. Klassen besuchen regelmäßig die Heimatstube und das Keramikmuseum in Haus Baaken.





















Termine


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